10 Sätze zur Musik von Philip Glass
Die frühen Werke von Künstlern haben oft eine ganz eigene Tonalität. Sie sind zeitlos und erinnern an die Energie und Radikalität, die das Entstehen eines eigenen Stils kennzeichnen. Anne Teresa De Keersmaeker zum Beispiel betrat 1982 die internationale Bühne des zeitgenössischen Tanzes mit Fase, einer Performance in vier Sätzen, die sie zu Steve Reichs "frühen Stücken" choreografierte. In GLA55 beschäftigt sie sich mit den frühesten Werken eines anderen amerikanischen Komponisten des Minimalismus: Philip Glass. Seine radikale und zeitlose Musik zeichnet sich durch eine paradoxe Kombination aus Hyperformalismus und einem Appell an die Trance aus.
Maximierung des minimalen abstrakten Materials
Die vier Stücke, die De Keersmaeker für GLA55 ausgewählt hat - Music in Contrary Motion, Music in Fifths, Music in Similar Motion, Music with Changing Parts - stammen aus der Zeit von 1969 bis 1970. Sie sind geprägt von der Begegnung mit dem indischen Komponisten und Sitarspieler Ravi Shankar und der Strenge der amerikanischen modernen Kunst, etwa von Sol LeWitt. Anne Teresa De Keersmaeker geht dabei von einem Prinzip aus, das ihre gesamte Laufbahn kennzeichnet: minimales abstraktes Material maximiert. Und sie tut dies in zehn Sätzen, in denen Kreise, Spiralen und Ellipsen die Hauptfiguren bilden. Wie in Trance und repetitiv obsessiv drehen sich die Tänzer um ihre eigene Achse.
Eine gleichberechtigte Vision der Musik von Glass
In GLA55 bringt De Keersmaeker die sechs Tänzer von Rosas mit sieben Musikern des Ictus Ensembles (die sechzehnte Zusammenarbeit mit De Keersmaeker und zum zweiten Mal bei schrit_tmacher!) und des Bl!ndman Ensembles zusammen. Gemeinsam werden sie ihre gleichgesinnten Ansätze zur Musik von Philip Glass zeigen.
Diese Aufführung ist eine Koproduktion mit schrit_tmacher NL.