Stefan de Kogel
SLOOPKOGELToon Hermans Theater Sittard - Laaglandzaal
Ein Crashtest ohne Sicherheitsgurt
Stefan de Kogel versucht, sich einen Reim darauf zu machen. Doch wie es bei Männern der Fall ist, deren innerer Kompass strukturell auf Panik eingestellt ist, demoliert er auf dem Weg dorthin alles, was ihm begegnet: seine Beziehungen, sein Ego, sein Inneres und manchmal auch seine moralischen Überzeugungen. Für Stefan entpuppt sich die Selbstreflexion nicht als ruhiger Tagebuchmoment mit Kräutertee, sondern als Crash-Test ohne Sicherheitsgurt. Jeder Wachstumsversuch endet in Trümmern, gefolgt von dem herzlichen Fazit: "Interessant... das ist anders gelaufen als geplant."
Rücksichtslose Ehrlichkeit
Mit schonungsloser Ehrlichkeit und einem Timing, das man erst zu schätzen weiß, wenn es schon zu spät ist, führt Stefan an schmerzhaften Kindheitserinnerungen vorbei. Entlang von gescheiterten Gesprächen mit Therapeuten: "Sie sagen also tatsächlich, dass ich das Problem bin?" und entlang von Lebenslektionen, die er immer in dem Moment lernt, in dem sie nicht mehr nützlich sind. In der Zwischenzeit versucht er, erwachsen zu werden, was hauptsächlich bedeutet, dass er Google mit Fragen wie: Wann weißt du, dass deine Gefühle echt sind? Und: Ist das noch Charakter oder schon eine Störung?
Selbstreflexion ist schön, aber das Chaos ist das, was es wirklich unterhaltsam macht
SLOOPKOGEL ist roh, schmerzhaft nachvollziehbar und heftig komisch. Es ist eine Aufführung über das Versuchen, Scheitern und Wiederversuchen, nur ein bisschen härter als nötig. Über einen Mann, der sich selbst mit einem Hammer reparieren will und sich dann wundert, warum es immer wieder blutet. Man lacht, man erschrickt und manchmal tut man beides gleichzeitig. Denn wenn Stefan eines beweist, dann ist es das: Selbstreflexion ist schön und gut, aber erst das Chaos macht es wirklich unterhaltsam.